Flamenco-Wörterbuch: A - E

Flamenco-Wörterbuch: A - E

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A

Aire – bezeichnet die Atmosphäre bzw. das Ambiente einer Flamenco-Show.

 

Alboreá – ist eine rythmische Flamenco-Stilrichtung mit Gitarre, die insbesondere auf Zigeunerhochzeiten gesungen wird und dem Soleá-Stil ähnelt.

 

Alegría – kommt ursprünglich aus Cadiz und besitzt einen der Soleá ähnlichen Takt. Dieser Uptempo-Flamencostil mit lebhaftem Rhythmus beinhaltet einen dynamischen Tanz und Gitarrenspiel. In Anlehnung an die Bedeutung des Begriffs "alegría" (dt. Freude) handelt es sich um eine fröhliche Ausdrucksform des Flamenco. Die Choreografien der Alegría gehören in ihrer traditionellen Form zu den starrsten Tanzstilen und beinhalten mehrere unterschiedlich strukturierte Abschnitte. Ohne Tanz ist die Alegría hingegen eine freiere Stilform.

 

A palo seco – ist eine Gesangsrichtung, die nur vom Schlagzeugtakt begleitet wird (in der Regel durch rhythmisches Händeklatschen, die sog. Palmas).

 

B

Bailaora / Bailaor – die Flamenco-Tänzerin, der Flamenco-Tänzer

 

Baile – der Tanz

 

Braceo – die Armbewegungen eines Flamenco-Tänzers

 

Bulería – hat ihren Ursprung in Jerez und ging aus den Flamenco-Stilen Alegría und Soleá hervor. Dies ist die schnellste und womöglich schwierigste Stilrichtung des Flamenco mit einem dynamischen Gitarrenspiel und reichlich Improvisationstanz. Das rasante Upbeat-Tempo der Bulería erweist sich beim Publikum stets als sehr beliebt, so dass sie in vielen Flamenco-Shows als krönender Abschluss präsentiert wird.

 

C

Cafés Cantantes – die ersten Flamenco-Lokale, stellten die ursprüngliche Form des Tablao Flamenco dar. Die Veranstaltungsstätten waren beliebte Orte, an denen im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Flamenco-Live-Shows besucht werden konnten. Mitte des 20. Jahrhunderts erfuhren die Stätten ein kurzzeitiges Wiederaufleben.

 

Cajón – Die Ursprünge dieses Schlaginstruments reichen zurück bis ins Peru des 18. Jahrhunderts; dennoch hielt es erst ab den frühen 1980er Jahren Einzug in die Flamenco-Musikszene. Viele erinnern sich seiner dank des Gitarristen Paco de Lucía, der den Cajón gemeinsam mit Schlagzeuger Rubén Dantas in einem seiner Lieder einführte. Musiker spielen den Cajón auf selbigem sitzend, und indem sie mit ihren Händen auf die Vorderseite der Trommelbox schlagen, um Rhythmus und Schlagzeugtakt zu erzeugen.

 

Cantante – der Sänger (männlich wie weiblich)

 

Cantaora / Cantaor – die Flamenco-Sängerin, der Flamenco-Sänger

 

Cante – der Gesang; im Flamenco-Kontext gebraucht, bezeichnet der Begriff auch die verschiedenen Flamenco-Stilrichtungen: cante chico, cante grande oder jondo und cante intermedio.

 

Cante chico – Als eine der drei wichtigsten Flamenco-Stilrichtungen besitzt der cante chico eine leichte, optimistische Stimmung. Häufige Themen sind hier Liebe und Fröhlichkeit. Zu seinen Stilarten gehören die Bulerías, Alegrías und der Tango Flamenco.

 

Cantes libres – Eine freie Flamenco-Stilrichtung, bei der Melodie eine entscheidende Rolle spielt, während Rhythmus und Metrum scheinbar gar nicht zur Anwendung kommen.

 

Cante grande / Cante jondo – Als eine der drei wichtigsten Flamenco-Stilrichtungen ist der cante grande oder auch cante jondo düsterer in seiner Stimmung, thematisiert er doch Verlust, Qual, Verzweiflung und Tod. Er beinhaltet die Stilarten Soleá, Martinete, Tonás, Seguiriya und Carcelera.

 

Cante intermedio – Als eine der drei wichtigsten Flamenco-Stilrichtungen ist der cante intermedio eine eher lockere Ausdrucksform und umfasst all jene Stile, die nicht unter den cante chico oder cante grande fallen.

 

Cantiñas – Ein Flamenco-Stil, der vornehmlich aus der Provinz Cadiz kommt, wenngleich einige seiner Stilarten in Sevilla entstanden sind. Dieser Gesangsstil besitzt ein der Soleá ähnliches Upbeat-Tempo und wurde durch das Aufblühen der Cafés Cantantes im späten 19. bis ins frühe 20. Jahr­hundert hinein bekannt. Besagte Cafés Cantantes bildeten die Ursprünge des modernen Tablao Flamenco.

 

Carcelera – Ein Flamenco-Gesang, der in den andalusischen Gefängnissen entstanden ist und bei dem die Insassen häufig das Gefängnis­leben thematisierten.

 

Cartageneras – gehen zurück auf den Flamencostil Fandango. Die Stilrichtung entwickelte sich aus den typischen Minenarbeiter-Gesängen in der Gegend rund um die in der Provinz Murcia gelegene Stadt Cartagena, wo der Fandango bereits verbreitet war.

 

Castañetas / Castañuelas – dt. Kastagnetten; bezeichnen zwei aus kleinen Hölzern bestehende Schlaginstrumente, die in der Hand gehalten werden. Sie sind im traditionellen spanischen Tanz beheimatet, kommen teilweise aber auch bei Flamenco-Aufführungen zum Einsatz. Dennoch können Kastagnetten nicht als dem Flamenco zugehörig betrachtet werden.

 

Colombianas – Eine Flamenco-Gesangsform mit Wurzeln in der traditionellen kolumbianischen Musik.

 

Compás – Bezieht sich auf das rhythmische Grundmuster eines Flamenco-Lieds und gleicht dem Schlagzeugtakt; beim Flamenco wird dieser häufig durch Händeklatschen, Gitarrenzupfen oder -klopfen und den Einsatz des Cajón erzeugt.

 

Copla – Bezeichnet einerseits den Liedvers, ist aber auch ein andalusischer Musikstil, genannt Copla andaluza, der jedoch keinerlei Verbindung zum Flamenco aufweist.

 

D

Duende – Die leitende Kraft oder auch der innere Geist, der einen Flamenco-Tänzer antreibt. Duende bezeichnet die spirituelle Verbindung zwischen dem Künstler und dem Lied, die sich bestenfalls auf das Publikum überträgt.

 

E

Ensayo – die Probeaufführung

 

Entrada – der Liedanfang (weitere Bedeutung: die Eintrittskarte)

 

Escenario – die Bühne